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4. March 2025
Boris

Beim Thema Kiesgarten scheiden sich die Geister: Befürworter schätzen das cleane Design und den geringen Pflegeaufwand. Für die Gegner sind Kiesgärten ökologisch bedenklich und optisch steril. Fakt ist: Die Zahl der Kiesgärten und Zierkiesgärten nimmt in Deutschland stetig zu. Wenn richtig angelegt, ist ein Kiesgarten gerade in heißen Sommern ökologisch deutlich besser als sein Ruf. Wir haben wissenswerte Fakten zusammengetragen und geben dir Tipps, wie du deinen Kiesgarten anlegst.
Ein Kiesgarten ist eine spezielle Gartenform, bei der die Oberfläche größtenteils mit Kies, Schotter oder anderen grobkörnigen Materialien bedeckt ist anstelle von Rasen oder größeren Pflanzenbeeten. Doch sind Kiesgärten keinesfalls öde Steinwüsten, sondern in der Regel mit trockenheitstoleranten Pflanzen bepflanzt, die zwischen den Kiesbereichen wachsen und gedeihen.
Ein Kiesgarten bietet mehrere Vorteile:
Kiesgärten haben eine lange und vielseitige Geschichte. Der Ursprung des Kiesgartens liegt in Japan. Hier sind sie als "Kare-san-sui" (枯山水) bekannt, was wörtlich "trockene Landschaft" bedeutet. Diese Gärten wurden im Mittelalter von buddhistischen Mönchen geschaffen und repräsentierten Landschaften in Miniaturform. Die Kiesflächen, die sorgfältig geharkt werden, um Wellen oder Wasserströmungen darzustellen, sind von Felsen umgeben, die Inseln oder Bergformationen symbolisieren. Sie dienen bis heute als Orte der Meditation und Reflexion. Auch in der Mittelmeerregion werden Gärten wegen der Wasserknappheit traditionell mit Kies oder Steinen bedeckt, um die Verdunstung zu reduzieren und die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Solche Gärten finden sich bis heute in Teilen Spaniens, Griechenlands und anderer Mittelmeerländer. In Zentraleuropa sind Kiesgärten eher ein neues Phänomen. Trotz ihrer Vorteile und ihrer historischen Bedeutung wurden und werden Kiesgärten auch kritisiert, insbesondere in Bezug auf ihre Umweltauswirkungen. Einige argumentieren, dass sie, wenn sie falsch eingesetzt werden, zu einem Verlust an Biodiversität führen können oder dass der Abbau der für sie notwendigen Materialien umweltschädlich sein kann. Doch ökologisch betrachtet können Kiesgärten – richtig geplant – erhebliche Mengen an Wasser einsparen. Der Grund? Oft sind sie Heimat für Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen. Unter der Kiesoberfläche bleibt der Boden zudem länger feucht, was eine konstante Versorgung der Pflanzen sicherstellt. Diese Eigenschaft, zusammen mit der Fähigkeit des Kieses, die Bodentemperatur zu regulieren, schützt Pflanzenwurzeln vor extremen Temperaturen. Doch es sind nicht nur Pflanzen, die von solchen Gärten profitieren. Mit der richtigen Auswahl an Flora können sie auch zu einer blühenden Oase für Insekten werden. Insbesondere Bienen und Schmetterlinge finden hier oft einen Zufluchtsort. Und selbst Vögel können den Kies nutzen, um darin ein Staubbad zu nehmen.
Aus gestalterischer Sicht bieten Kiesgärten eine Fülle von Möglichkeiten. Verschiedene Kiesfarben und -texturen ermöglichen die Schaffung einzigartiger Muster und Zonen. Das Einbinden von Pflanzen schafft kleine Landschaften, in der Bereiche zum Sitzen, ein Wasserspiel oder eine Feuerstelle eingebunden werden können.
Dos:
Don'ts:
1. Vorbereitung: Du hast den idealen Platz für deinen Kiesgarten gefunden? Prima, dann trage den Boden im gewählten Bereich etwa 30 cm tief ab.
2. Erde mit Splitt präparieren: Vermische die abgetragene Gartenerde im Verhältnis 50:50 mit Splitt, Schotter oder Kies der Körnung 16 bis 32 mm. Fülle den ausgehobenen Bereich mit der Mischung, lasse aber am oberen Rand einen Freiraum von etwa 5 cm.
3. Unkrautvlies anbringen: Lockere jetzt den Mutterboden mit grobem Splitt oder ähnlichem Material. Lege ein Unkrautvlies darüber, um unerwünschtes Pflanzenwachstum zu verhindern. Überlege, welche Pflanze du wo platzieren möchtest. Schneide dann an den Stellen, wo du eine Pflanze planst, das Unkrautvlies kreuzförmig ein. Das spart später Arbeit, da du den Kies beim Bepflanzen nicht mehr beiseite räumen musst.
4. Kiesgarten mit Kies befüllen: Fülle den verbliebenen Raum mit Kies oder Zierkies. Denke daran: Helle Steine reflektieren, während dunkle Steine die Wärme speichern und nachts an die Pflanzen abgeben.
5. Kiesgarten bepflanzen: Jetzt kannst Du die Pflanzen an den gewünschten Stellen einpflanzen. Während des ersten Jahres regelmäßig gießen, um die Wurzelbildung zu unterstützen. Danach kannst du das Gießen reduzieren.
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