Ratgeber Loksand: Sandstreuer und Grashüpfer

Ratgeber Loksand Bremssand kaufen

Loksand kommt in Sandstreuern von Schienenfahrzeugen zum Einsatz. Dabei wird mit Hilfe von Druckluft oder durch Wirkung der Schwerkraft Sand aus einem Behälter (Sandkasten) durch sogenannte Sandfallrohre unter oder vor die Räder geblasen, um derart die Reibung zwischen Rad und Schiene zu erhöhen. Ein Durchrutschen der Räder kann so verhindert und die Traktions- und Bremswirkung verbessert werden.

Der Sandvorrat sollte großzügig bemessen sein, so dass dieser nicht allzu häufig ergänzt werden muss. Eine Vorgehensweise, die sich bei reduziertem Reibungskoeffizienten durch Nässe oder starken Zug- oder Bremskräften seit vielen Jahrzehnten bewährt hat.

Loksand als Bremskraftverstärker bei Schienenfahrzeugen

Sandstreuer und Loksand können allerdings nur dann zuverlässig funktionieren, wenn der Sand absolut trocken ist. Bei Dampflokomotiven wurde der Sandkasten daher zumeist auf dem Scheitel des Langkesseln in einem separaten Gebilde mit der Bezeichnung Sanddom. Durch die Nähe zum Kessel wurde der Sand warm und trocken gehalten.

Moderne Schienenfahrzeuge setzen stattdessen eine Heizspirale ein, die direkt in dem Vorratsbehälter des Sands eingebaut ist. Sollte das Schienenfahrzeug nicht ausreichend Platz für einen separaten Sandvorratsbehälter haben, wurde der Sandkasten im beheizbaren Fahrgastraum verbaut. Dies war unter anderem bei älteren Straßenbahnen der Fall.

Quarzsand ist optimal als Bremssand und Loksand geeignet

Als Loksand, oftmals auch als Bremssand oder Lokbremssand bezeichnet, eignet sich Sand mit einer außerordentlich hohen Festigkeit. Quarzsand gilt als der optimale Bremssand. Dabei sollte der Sand eine Körnung von 0,8-1,6mm gemäß TL 918 2243-5 bzw. 0,71–1,6 mm gemäß BN 918 224 (s. Grobsand) haben und lehmfrei sein.

Nach diesen Details soll nun der Frage auf den Grund gegangen werden, wem die Eisenbahnen die Erfindung des Sandstreuers zu verdanken haben. „Die Schweizer haben’s erfunden“… haben sie ausnahmsweise mal nicht. Konkret waren es die Camden and Amboy Railroad (C&A) aus New Jersey und eine ungeheure Anzahl von namenlosen Grashüpfern.

Von wegen „Die Schweizer haben’s erfunden“…

New Jersey wurde im Jahr 1836 von einer Grashüpfer-Plage heimgesucht. Die Invasion der Insekten war so massiv, dass die Sicherheit des Zugbetriebes nicht mehr gewährleistet werden konnte. Die C&A stellte jede Menge Personal zur Reinigung der Gleise ab, was aber kaum etwas brachte. Muskelkraft, Kratzer und Bürsten – gegen die Insekten chancenlos.

Ein unbekannter Mitarbeiter fing dann eines guten Tages damit an, mit feinem Sand kluge Experimente anzustellen. Diesen rieselte er anfangs noch von Hand vor der Lokomotive auf die Gleise, was das Problem im Handumdrehen löste. Da sich Sand auch bei feuchten oder verdreckten Schienen als nützlich erwies, wurde der Sandstreuer geschaffen.

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